Nr.
3/2001 Juni
Jahresbericht
der Alpenstraßen AG für das Jahr 2000.
Der vorliegende Jahresbericht berichtet über die Instandsetzungsarbeiten
auf der Brenner-Autobahn.
So wurde die Sanierung der Paschbergbrücke im Herbst 2000 termingerecht
abgeschlossen. Bei der Europabrücke wurde der Korrosionsschutz
an den Innenflächen generell erneuert.
Das Gros der Bautätigkeit lag aber im Bereich der früheren
Arlberg AG. So konnte am 24.06.2000. der fast 7 km lange Landecker
Tunnel dem Verkehr übergeben werden. 4 Monate später wurde
der Spatenstich für den Strengener Tunnel vorgenommen.
Der Tunnel wird 2-röhrig gebaut, womit die Verkehrssicherheit
maximal gewährleistet wird. Die Tunnellänge beträgt
je 5,8 km. Die Baukosten werden mit 2,75 Mrd.ATS veranschlagt. Der
Auftrag geht zur Gänze an die Arbeitsgemeinschaft Beton- und
Monierbau Universale Alpine und ist der größte
Tunnelauftrag der je an eine Arbeitsgemeinschaft vergeben worden ist.
Auf dem Gebiet der elektro- und maschinentechnischen Einrichtungen
Wird die Erneuerung der Notrufanlagen im Arlbergtunnel und Teilen
der weiteren S 16 vermerkt. Die übertragung zur Zentrale erfolgt
jetzt mit Glasfaserkabel. Weiters wurde die Brandmeldeanlage im Arlberg-
und Perjentunnel erneuert. Nach Bestbieterermittlung erhielt die Firma
Siemens den Zuschlag für ein Linienbrandmeldesystem, das auf
Auswertung der übertragung in einem Lichtwellenleiterkabel arbeitet.
Die durch Temperatureinwirkungen verursachten Bewegungen der Kristallgitterstruktur
des Lichtwellenleiters verändern das übertragene modulierte
Laserlicht. In einem komplexen Auswertungsverfahren am Ende des Lichtwellenleiters
können genaue Rückschlüsse auf die Temperaturverteilung
entlang der gesamten Kabellänge getroffen werden. Dieses System
erfüllt auch die Anforderungen für die Steuerung der vorgesehenen
Abluftjalousieklappen.
Die Gesamtfrequenz auf der Brenner-Autobahn betrug im Jahr 2000 13,680
Mio Fahrzeuge 11,45 Mio waren PKW und Motorräder, 2,23
Mio LKW und Busse. Von 1990 bis 2000, also in 10 Jahren ist der PKW-Verkehr
um 44,9 %, der LKW-Verkehr jedoch um 74,6 % gewachesen. Beim Arlbergtunnel
liegt die Gesamtfrequenz bei 2,18 Mio Fahrzeugen im Jahr. 1,79 Mio
sind PKW, 0,39 Mio LKW. Hier beträgt die Steigerungsrate in den
letzten 10 Jahren 24,9 % bei den PKW und 4,7 % bei den LKW. Dementsprechend
sind auch die Mauteinnahmen gestiegen. Der Mauterlös betrug im
Jahr 2000 ( auf der Brenner-Autobahn ) bei den Pkw ( 83,7 % Frequenzanteil
) 620,5 Mio ATS. Die LKW mit 11 % Frequenzanteil zahlten 1.620 Mio
ATS. Zusammen mit den Kleinbussen betrugen die Mauteinnahmen somit
über 2,35 Mrd.ATS. Dazu fällt mir eine Episode aus dem Jahr
1968 anläßlich der Eröffnung des Bergiseltunnels ein:
2, in meinen Augen damals ältere Hofräte heute bin
ich selbst sicher 10 Jahre älter als diese Herrn unterhielten
sich über die Zukunft der Brenner-Autobahn: ãdiese 2,7 Mrd Schilling
Baukosten können doch nie durch Mauteinnahmen hereingebracht
werdenÒ In dem anläßlich der Eröffnung 1971 herausgegebenen
Buch konnte ich über die Finanzierung lesen, daß diese
hauptsächlich durch Anleihen getätigt wurde. Es waren dies
$ Anleihen mit 15 und 18 Mio $, sowie 1 DM-Anleihe über 60 Mio
DM. 1969 betrugen aber auch die Mauteinnahmen lediglich 110 Mio Schilling.
W.T.
Erinnern Sie sich an Walentina Tereschkowa?
Muß eine Russin nach dem Namen gewesen sein ? Ja, stimmt, es
war die erste weibliche Astronautin die 1963 in einer Sojus-Raumkapsel
die Erde umkreiste.
Sie hatte eine typische Bilderbuchkarriere gemacht. Der Vater ist
im finnisch-russischen Krieg 1940 gefallen. Sie besuchte eine technische
Schule für Textilwirtschaft und wurde Fallschirmspringerin. Mit
26 Jahren wurde sie nach gründlicher Astronautenausbildung in
den Weltall geschossen, umrundete 48 mal die Erde und landete sicher
nahe Baikonur.
Natürlich wurde sie von der Propaganda gehörig ins Licht
gestellt. Sie heiratete einen Kosmonauten und hatte mit ihm eine gesunde
Tochter. Das war interessant für die Weltraummedizin, hatten
doch vorher in den Weltraum geschossene Hündinnen nur kranke
Welpen zur Welt gebracht. Die Traumehe war aber nicht von langer Dauer
und Walentina heiratete ein zweitesmal, diesmal einen Chirurgen mit
dem sie bis zu seinem Tod 20 glückliche Ehejahre verbrachte.
Nach einem Technikstudium arbeitete sie bei der sowjetischen Luftwaffe
und am internationalen Wissenschaftszentrum in Moskau. Sie ist dann
als einzige weibliche Generalin in Pension gegangen.
Auch im neuen Russland ist sie sehr geachtet. Sie ist im Range eines
Ministers Vorsitzende des Rates für die Koordinierung der Tätigkeit
aller russischen Wissenschafts- und Kulturzentren im Ausland. Noch
einen Rang hat sie inzwischen: sie ist Großmutter eines 5-jährigen
Enkelsohnes.
W.T.
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