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Nr. 2/2002 März

Ein Holzleimbaubetrieb stellt sich vor – die Firma Pfisterer aus Erl.


Bevor man von Rosenheim kommend die österreichische Grenze in Kiefersfelden erreicht, sieht man am rechten Innufer den markanten abgeschrägten Zylinder des Passionsfestspielhauses Erl. Hier wollen wir uns nicht mit den Musik- und Passionsfestspielen beschäftigen, sondern mit einem weit über die Grenzen bekannten mittelständischen Betrieb aus der Holzbaubranche.
Seit der Gründung im Jahr 1928 ist die Pfisterer Holzleimbau Ges.m.b.H.
im Holzbau tätig und hat sich einen Namen geschaffen, den Insider mit hervorragender Qualität, ehrlichem Preis-Leistungsverhältnis sowie fachlicher Kompetenz verbinden. Waren die Ursprünge im Zimmererhandwerk so steht der Name dieser Firma, die auch förderndes Mitglied des ÖIAV ist, für innovatives Bauen mit modernen Werkstoffen.

 

Die Einsatzbereiche für Holzleimbinder sind neben vielen anderen :

Industrie- und Gewerbebauten
Sport- und Freizeiteinrichtungen
Schul- und Kommunalbauten
Mehrzweck- und Messehallen
Sakralbauten


Durch den hohenVorfertigungsgrad von Holzbauteilen im Werk und den Einsatz modernster Verlegetechnik bietet der Holzleimbau den Vorteil verkürzter Bauzeit. Die Bauteile werden witterungsunabhängig und unter gleichbleibenden Produktionsbedingungen hergestellt, „just in time“ geliefert und in kürzester Zeit montiert.

Holz verfügt über eine hohe Tragfähigkeit bei geringem Eigengewicht. Im Brandfall verhält sich Holz berechenbar; auch bei einem Vollbrand bleibt die Tragfähigkeit je nach gewünschter Brandwiderstandsklasse erhalten. F 30, F 60, F 90 sind bei geringer Dimensionserhöhung ohne Einsatz von chemischen, schaumbildenden Schutzanstrichen ( wie z.b.im Stahlbau) realisierbar.

Nach ÖNORM EN 386 sind Holzleimbauten dauerhaft zu kennzeichnen. Von der Holzforschung Austria (HFA) wurde dazu im Auftrag des österreichischen Holzleimbauverbandes eine geeignete Methode zur Kennzeichnung von Lamellen entwickelt. Mit dieser Prägemethode bekommt jede Lamelle eine barcodeähnliche Prägung, die beim ÖLV registriert ist. So können im Schadensfall Hersteller und Produktdaten eindeutig bestimmt werden.

Die Herstellung von Brettschichtholz ( BSH )

Brettschichtholz wird durch Verleimung von mindestens 3 Holzbrettlagen (Lamellen) nach ÖNORM EN 386 hergestellt, deren Faserrichtung nahezu parallel verläuft. Es wird nur getrocknetes Holz mit einer Feuchte um 10% verwendet. Nach der Holztrocknung werden die Bretter visuell oder maschinell sortiert. Durch das Einfräsen von Keilzinken an den Brettenden und gleichzeitigem Beleimen und Verpressen werden Endlosbretter (Lamellen) hergestellt. Diese werden nach dem Hobeln auf die gewünschte Länge gekappt und abgestapelt. Nach dem Aushärten der Keilzinkenverleimung werden die Lamellen beleimt und in die Preßvorrichtung (Leimbock) gelegt, die vorher in die gewünschte Negativ-Form gebracht wurde. Auf diese Weise kann z.B. ein Bauteil mit rechteckigem Querschnitt hergestellt werden. Die Form kann entweder gerade oder ein- bzw. mehrfach gebogen sein. Die Produktion anderer Querschnitte ist ebenfalls möglich. Der Preßdruck wird mittels Pneumatik-Hämmern aufgebracht.

Der verpreßte Roh-Leimbinder verbleibt in der Form bis der Leim ausgehärtet ist. Nach dem Ausspannen des Trägers wird dieser gehobelt und fertiggestellt.
Laut ÖNORM B 4100-2 können Bauteile aus Brettschichtholz in den Festigkeitsklassen BS 11, BS 14, BS 16 und BS 18 hergestellt werden. Die Bezeichnung BS steht für Brettschnittholz, die nachfolgende Zahl gibt die zulässige Biegespannung in N/mm2 an. BS 11 ist die Standardklasse für BSH und kann von jedem Hersteller produziert werden. BS 14 wird für höhere Beanspruchungen verwendet und kann bei größeren Querschnitten aus visuell sortiertem Holz hergestellt werden. Für BS 16 und BS 18 ist maschinelle Sortierung erforderlich. Die Festigkeitsklasse steht jedoch in keinem Zusammenhang mit der Optik der Bauteile.


Die Produktionspalette der F irma Pfisterer gliedert sich auf nach:

1. Festigkeitsklasse nach DIN 1052 bzw. ÖNORM B 4100-2
BS 11
BS 14
BS 16
BS 18

2. Nutzungsklasse nach EN 386 (Verleimung) - Leime nach EN 301
Resorcinharz ( wasserfest, alle Nutzungsklassen )
Melaminharz ( wetterfest, alle Nutzungsklassen )
Harnstoffharz ( Nutzungsklasse 1 und 2 )

3. Optische Ansprüche – Holzsortierung nach DIN 4074

Auslesequalität: für Bauteile mit hohen gestalterischen Anforderungen wie z.B. Wintergärten.
Sichtqualität: für sichtbare Bauteile und Konstruktionen jeder Art als Standardqualität
Industriequalität: für Bauteile ohne Ansprüche auf die Oberflächenqualität.


4. Formgebung:
gerade
gekrümmt
Sonderformen

5. Holzarten:
Fichte
Lärche

Hunderte von Referenzbauten in Europa, Asien und Afrika beweisen die Leistungsfähigkeit und internationale Erfahrung dieser Tiroler Vorzeigefirma.
Sie besitzt u.a. die Bescheinigung A „große Leimgenehmigung“ und das Übereinstimmungszertifikat des Otto-Graf-Instituts, Stuttgart, die Mitgliedschaft im österreichischen Leimbauverband, das österreichische Gütezeichen, die Zertifizierung nach ISO 9001.
Wir dürfen der Firma Pfisterer weiterhin viel Erfolg für die Zukunft wünschen.

Bilder:


1 Tribünenüberdachung Sportplatz Wörgl
2 Verladehalle Montanwerke Brixlegg
3 Reccyclinghalle in Bruck/Zillertal
4 Tankstelle Wimmer in Unterwalden- Bayern